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29.07.2010
KINDER-EXTRA  

1000 Bilder und ein Pappe-Herzog

Kinder aus der Grundschule Baiersdorf haben ihren eigenen Trickfilm gedreht
 1000 Bilder und ein Pappe-Herzog
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Foto: Erich Malter
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»Hände ausm Bild! Und drücken!«, ruft Michael (10). Er führt in seinem Team gerade Regie (sprich: Reschie). Das heißt, er muss bei jeder Szene darauf achten, dass nur gefilmt wird, was im Film zu sehen sein soll. Die Hände von Ricarda (10) und Sandra (9), die in der Trickfilmbox das nächste Bild erzeugen, gehören nicht dazu.

Die Trickfilmbox kannst du dir so vorstellen: Ein Holzkasten hat vorne und hinten große Öffnungen. Durch die Öffnung vorne können Ricarda und Sandra hineingucken und mit den Händen hineinlangen. Auf dem Boden der Box liegt die Kulisse: ein gemalter Palast von innen, darauf kleine Figuren aus Pappe.

Gerade wird die Szene ihres Trickfilms gedreht, in der Bauer und Kaufmann vor dem Herzog klären, ob der Bauer dem Kaufmann wirklich Goldtaler gestohlen hat. Vorsichtig bewegen die Mädchen mal hier einen Arm des Bauers, mal da ein Bein des Kaufmanns und setzen den Herzog etwas aufrechter auf den Thron.

Immer und immer wieder machen sie das – und »Kameramann« Dominik klickt auf Michaels Kommando mit der Maus. Damit löst er die Aufnahme der Kamera aus, die auf dem Dach der Box befestigt ist. Pro Klick filmt sie 0,06 Sekunden lang die dargestellte Szene. Per Beamer können die Kinder auf einer Leinwand sehen, was die Kamera gerade aufgenommen hat. Ricarda und Sandra stöhnen: »Wie oft müssen wir noch?« Film-Expertin Melanie Rubenbauer vom Kreisjugendring Erlangen-Höchstadt mahnt zum Durchhalten.

1,5 Sekunden soll die Szene am Ende dauern. 25 Mal muss Dominik dafür klicken. Ricarda und Sandra dürfen die Figuren bei jeder Einstellung nur ganz wenig bewegen – sonst wirken die Bewegungen später ganz ruckelig. »Stopp! Noch nicht klicken!«, ruft Michael. Ricarda muss das Schwert des Herzogs geraderücken. Melanie Rubenbauer fordert, dass sich auch der Kaufmann mal wieder ein bisschen bewegen könnte. »Sonst wirkt die Szene später ganz langweilig.« Gut vier Minuten dauert der fertige Film am Ende, etwa 1000 einzeln gefilmte Bilder musste Sozialpädagogin Melanie Rubenbauer dafür mit dem Schnittcomputer aneinanderfügen. KRISTINA BANASCH

Jede Menge selbst gemachte Kinderfilme kannst du dir beim 6. Mittelfränkischen Kinderfilmfestival vom 8. bis 10. Dezember im Erlanger E-Werk angucken. Und du kannst für den Wettbewerb deinen eigenen Film drehen und ihn bis 17. September einreichen. Alle Infos findest du im Internet unter www.kinderfilmfestival.de
29.7.2010
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